Blattgold mal anders

3. November 2017

Mitten im goldenen Oktober flatterten bei KOMPAKTMEDIEN ein paar ganz besondere Blätter zur Tür herein: 172 buntbedruckte Seiten, gebunden und mit Goldprägung auf dem Cover. Das „Goldbuch“ ist das Ergebnis vieler Stunden Arbeit an einem Projekt, das uns das Landesamt für Umwelt Bayern anvertraut hatte. Ein Rückblick.

Von Hanna-Maria Lembcke

Gold fasziniert seit Menschengedenken. Auf der Jagd nach dem Edelmetall haben Goldsucher im Laufe der Geschichte unzählige Kubikmeter Sand durchsiebt und Berge durchlöchert. Dass nicht nur Kalifornien und Kanada, sondern auch Ostbayern einst von einem Goldrausch ergriffen wurde, ist vermutlich weniger bekannt. Das wollte das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) ändern und machte sich auf, die teils vergessenen Orte der Goldgewinnung zu erforschen. Die Ergebnisse dieser detektivischen Arbeit sollten dann in einem Buch präsentiert werden, das den Leserinnen und Lesern Lust macht, die Gold-Geotope selbst vor Ort zu erkunden.

Vom Säen …

Als Rahmenvertragsagentur des LfU für Beratung, Konzeption und Redaktion wurde KOMPAKTMEDIEN im Frühjahr 2016 in das Projekt eingebunden. Wir erarbeiteten mit dem LfU eine Checkliste für die Erfassung der Geotope. Für jeden Ort sollten besucherrelevante Informationen gesammelt werden: Wie gelangt man am besten zum Geotop? Wie ist der Weg beschaffen? Was gibt es in der Nähe zu entdecken? Ausgerüstet mit diesem Fragenkatalog schwärmten Geologinnen und Geologen des LfU anschließend ins Gelände aus.

Im Juni reiste auch ich an den Ort des Geschehens, für einen Workshop am LfU-Standort in Hof. Mit dabei waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Geologischen Dienst, aus dem Referat für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit sowie aus dem Referat für Printprodukte und Kartographie. Alles drehte sich um die Frage, wie das geplante Buch so nutzerfreundlich wie möglich gestaltet werden kann – von den Inhalten über die Tonalität bis zu den Besucherinfos.

Meine Einschätzung war dabei nicht nur als Redakteurin gefragt, sondern auch als Außenstehende mit frischem Blick. Nach einer kritischen Analyse erster Texte brachten wir die geplanten Kapitel in eine neue Reihenfolge und diskutierten über die Gestaltung der topografischen Karten. Letztere sollten den Lesern wichtige Informationen liefern, aber auch nicht mit zu vielen Eintragungen überfordern. Ausgiebig besprochen wurde dabei die Frage: mit oder ohne Schummerung. So lautet der Fachbegriff für den „3-D-Effekt“, mit denen Kartographen Höhenunterschiede sichtbar machen können. Fazit des Workshops: Es war noch ein weiter Weg, aber die Marschrichtung war klar – und die Lust auf das Buch weiter vorhanden.

… Werden …

Nachdem die Geotope vom LfU erfasst und beschrieben wurden, landete das „Goldbuch“ im Februar 2017 wieder bei KOMPAKTMEDIEN. Unsere Aufgabe war es nun, die vielen einzelnen Texte von teils verschiedenen Verfassern in eine einheitliche Form und Sprache zu bringen, natürlich in enger Absprache mit dem Kunden.

So arbeiteten wir uns im Redaktionsteam Kapitel für Kapitel durch Goldwäscher-Gräben, Stollen und Schächte. Dabei begegnete uns jede Menge Geologie, Geschichte und Bergmannssprache. Unter der Prämisse, eine am Thema interessierte Leserschaft, aber kein Fachpublikum anzusprechen, gaben wir Empfehlungen dafür, wo Passagen vereinfacht, gekürzt oder mit Erklärungen erweitert werden sollten. Viel Aufmerksamkeit erhielt auch das Glossar, das in der finalen Version über 150 erklärende Einträge mit zahlreichen Querverweisen enthält.

… und Ernten

Einige Monate später liegt das „Goldbuch“ wieder auf meinem Schreibtisch, nun gesetzt und gedruckt. Es ist immer wieder bereichernd, den Prozess von einer Idee zum finalen Produkt mitzugestalten. Umso mehr, wenn die Arbeit so vom Kunden wertgeschätzt wird wie in diesem Fall: „Das Buch hat definitiv an Klasse und Lesbarkeit gewonnen“, wurde uns bescheinigt. Besonders erfreut hat mich auch das eher seltene Lob dafür, dass wir „unlogische Passagen schonungslos erkennen“.

Ein Stück weit war dieses Projekt auch eine Reise zu meinen Wurzeln. In meiner Kindheit im Erzgebirge waren die Traditionen, Trachten und Geschichten des Bergbaus allgegenwärtig. Wer sich ebenfalls für diese Themen begeistert oder Anregungen für den nächsten Wanderurlaub sucht, kann das Buch „Auf den Spuren des bayerischen Goldes“ über den Bestellshop des Bayerischen Umweltministeriums oder auch im Buchhandel käuflich erwerben. In diesem Sinne: Glück auf!

Hanna-Maria Lembcke ist Redakteurin bei KOMPAKTMEDIEN. Trotz aller Liebe zum Schreiben im virtuellen Raum war ihre Freude groß über das seltene Vergnügen, das Ergebnis der eigenen Arbeit zwischen Buchdeckeln zu begutachten.