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	<title>KOMPAKTMEDIEN Blog</title>
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	<lastBuildDate>Fri, 13 Jan 2012 10:31:33 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Arbeiterlieder Vol. 1: Katja</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 16:53:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Holger Böthling</dc:creator>
				<category><![CDATA[Redaktionsraum]]></category>

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		<description><![CDATA[An dieser Stelle präsentiert das Team von KOMPAKTMEDIEN in loser Folge Lieder, die uns das Aufstehen erleichtern und uns auf dem Weg ins Büro auf einen arbeitsreichen Tag einstimmen. Den Anfang macht unsere Redakteurin Katja Wallrafen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>An dieser Stelle präsentiert das Team von KOMPAKTMEDIEN in loser Folge Lieder, die uns das Aufstehen erleichtern, die wir unter der Dusche mit Inbrunst hemmungslos schräg intonieren und die uns auf dem Weg ins Büro auf einen arbeitsreichen Tag einstimmen. Den Anfang macht unsere Redakteurin Katja Wallrafen.<span id="more-465"></span></p>
<h4><strong>Jeden Tag das gleiche Spiel – <a href="http://www.hello.dj/music/got/site/5/id/330f3da/fischer-z-the-worker.mp3" target="_blank">„The Worker“ von Fischer-Z (1979)</a></strong></h4>
<p>Mein perfektes Lied für den Weg zur Arbeit ist „The Worker“ von Fischer-Z aus dem Jahr 1979. Hohe Kopfstimme von John Watts, einfache, extrem einschmeichelnde Rhythmen, eine Art beschleunigter Reggae, eine heitere Melodie, ein melancholischer Text über das Leben: Ein kurzer Blick auf einen Mann, der tagtäglich den gleichen Weg mit dem Zug zur Arbeitsstelle zurücklegt, wie ein Uhrwerk, Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr. Der Vater hat den Musiker dazu inspiriert: „The hated journey on the train, always been the same, looking out windows&#8230;“.</p>
<p>Ein Drei-Minuten-Lied, eine Art heitere Akzeptanz des Schrecklichen. Die Unbill des Alltags ist auch mir bekannt, rattere ich doch jeden Tag mit der U-Bahn zur Yorkstraße und beschleunige im U-Bahnhof den Schritt, um dem üblen Uringestank dort zu entkommen. Erklimme sodann die schäbigen Holzstufen zum S-Bahnhof, grüße dabei lächelnd den Zeitungsverkäufer und bedauere bei seinem Anblick, dass wir die Tageszeitung im Abo haben, es wäre doch besser, den Mann zu unterstützen, aber auf der anderen Seite ist es so praktisch, ein Abo zu haben&#8230; Jeden Tag das gleiche Spiel.</p>
<p>Bevor ich trübsinnig werde bei diesen Gedankenspielen der bürgerlichen (müsste ich nicht sogar sagen kleinbürgerlichen?) Existenz, sinniere ich auf der letzten Etappe der Fahrt bis zur Oranienburger Straße über die 80er-Jahre nach, denn das war ja die Zeit, in der Fischer-Z Musik machten. Als Kinder ihrer Zeit des Kalten Krieges prangerten die Musiker das Wettrüsten an, ein Anliegen, das auch mir damals am Herzen lag und selbstverständlich war ich dabei, als im Bonner Hofgarten für den Frieden demonstriert wurde. Zu den ganz Verwegenen unter meinen Freunden, die damals „Stoppt den Nato-Doppelbeschluss“ auf die Wand eines alten Bunkers sprühten, gehörte ich allerdings nicht.</p>
<p>Das wird wohl der Grund sein, warum ich auf den Spuren des „Workers“ bin. Und deshalb in der Routine auch manchmal ein Gerüst sehe, etwas Vertrautes, etwas, das tröstlichen Halt gibt im Leben, das im Vergleich zu den 80er-Jahren deutlich unüberschaubarer geworden ist. Aber das wäre ein Thema für ein anderes Lied, das perfekt ist für den Weg zur Arbeit.</p>
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		<title>Stressfreie Weihnachten</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 16:31:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Holger Böthling</dc:creator>
				<category><![CDATA[Redaktionsraum]]></category>

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		<description><![CDATA[Besinnlich soll sei sein, die Weihnachtszeit. Doch bis es soweit ist, artet die Vorweihnachtszeit oftmals in eine wahre Stressorgie aus. Zum Glück weiß das KOMPAKTMEDIEN-Team Rezepte, die Weihnachtszeit trotzdem entspannt zu gestalten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Besinnlich soll sei sein, die Weihnachtszeit. Doch bis es soweit ist, und man Heiligabend im Kreise seiner Lieben die festliche Stimmung genießen kann, sind starke Nerven gefragt. Geschenke kaufen, Weihnachtsbesuche koordinieren, Wohnung dekorieren, Plätzchen backen, Päckchen verschicken … – die Vorweihnachtszeit artet oftmals in eine Stressorgie aus. Hier deshalb die besten Rezepte des KOMPAKTMEDIEN-Teams, die Weihnachtszeit trotzdem entspannt zu gestalten.<span id="more-450"></span></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Isabelle: </strong>Mein Rezept? Ich stürze mich voll hinein! Da gebe ich als Mama alles. Schon seit Mitte November bin ich vollkommen im Brauchtumsmodus, tingele mit Laternen durch Neukölln, verwüste die Küche beim Kekse backen und singe mit meiner Tochter Weihnachtslieder bis der Arzt kommt bzw. der Nachbar. Und sich beschwert. Schöner wär jetzt nur: Berge, Schnee und drei Monate Ferien.</p>
<p><strong>Katja: </strong>Alle Jahre wieder der gleiche Irrsinn, kommt das Christuskind auf die Erde nieder, wird es sich fragen, ob es ein Tollhaus ist, wo wir Menschen sind. Ja, irgendwie schon. Doch die inzwischen in reichlichem Maße vorhandene Lebenserfahrung zeigt, dass es auch wieder eine Zeit geben wird ohne Brimborium. Für den Fall, dass ich meine Gelassenheit zu verlieren drohe, lege ich eine Extra-Runde Pilates ein – damit meistere ich jede Stresssituation: das Powerhouse wird aktiviert, dann Konzentration auf ein paar fiese Curls-Ups für den Bauch, um mich schließlich zu entspannen bei der sanften Form der Liegestütze, dem „trinkenden Löwen“.<strong> </strong></p>
<p><strong>Holger:</strong> Da ich mit der Tradition, an Weihnachten Geschenke zu verteilen, schon vor Jahren gebrochen habe, fällt zumindest dieser für andere Menschen sehr wesentliche Stressfaktor für mich aus. Dennoch kann ich mich dem Weihnachtstrubel natürlich nicht ganz entziehen. Davon erhole ich mich, wie zu allen Jahreszeiten, am besten bei guter Musik. Zu Weihnachten gibt es dieses Jahr sogar zwei Konzerte, die selbst ich als Weihnachtsmuffel empfehlen kann: Am dritten Advent (11.12.) im Gretchen das Festival des Indie-Britpop „X 11 – Full English Christmas“ mit tollen Bands wie Skint &amp; Demoralised oder Standard Fare. Und am vierten Advent (18.12.) heißt es im C-Club: „Feliz Navidad &#8211; The Return of The Mexican Santa“! El Vez, der mexikanischste unter den Elvis-Imitatoren, gibt sich mit seiner Begleitband The Memphis Mariachis und den Lovely Elvettes die Ehre. Eine bunte, ironisch-glamouröse Weihnachts-Rock’n’Roll-Show der besonderen Art – und auf jeden Fall ein Erlebnis, das für so manchen Weihnachtsstress versöhnt.</p>
<p><strong>Inga:</strong> Ich kann von dem Weihnachtsstress besonders gut durch einen langen Winterspaziergang am Wochenende entspannen. Der perfekte Winter-Entspannungs-Sonntag sieht bei mir folgendermaßen aus: Ausschlafen, langes, ausgiebiges Frühstück, dann raus zum langen Winterspaziergang. Anschließend in einem netten Café eine heiße Schoki trinken oder zuhause Bratäpfel mit Vanillesauce machen – das geht ganz schnell, ist super lecker und bringt einen in Weihnachtsstimmung – auf ganz entspannte Weise.</p>
<p><strong>Franka:</strong> Ich würde mich zur Entspannung am liebsten bei Inga  einladen. Duftende und dampfende Bratäpfel mit Vanillesoße sind der  absolute Hit an kalten Tagen und zählen für mich zu einer  unauslöschbaren Erinnerung an wunderbare entspannte Weihnachtsabende als  Kind bei Oma auf der Couch.</p>
<p><strong>Lars: </strong>Ich entziehe mich so gut es geht dem Weihnachtsstress, indem ich Einkaufszentren und Weihnachtsmärkte meide. So kann ich Weihnachten langsam auf mich zukommen lassen, ohne von der Kommerzwelle überrollt zu werden und auch nicht durch die permanente Weihnachtsmusikbeschallung auszurasten. Plätzchen backen mit Freunden gehört für mich genauso dazu wie meiner Tochter Weihnachtsgeschichten vorlesen.</p>
<p><strong>Clara:</strong> Um an Heiligabend nicht mit einem Nervenzusammenbruch im Bett zu liegen, befolge ich in der Vorweihnachtszeit eine Taktik, die sich in den letzten Jahren bewährt hat. Getreu dem Motto „Planung ist alles“ fertige ich bereits Ende Oktober eine Liste mit allen Personen an, die ein Weihnachtsgeschenk von mir bekommen sollen, beziehungsweise erwarten. Dann habe ich den ganzen November Zeit, mir für diese Personen eine Geschenkidee zu überlegen. Spätestens bis Mitte Dezember kaufe ich dann die Geschenke ein, um den Massen und hysterischen Last-Minute-Shoppern in den letzten Tagen vor Weihnachten zu entgehen. Meist kaufe ich noch 1-2 Zusatzgeschenke, falls noch unangekündigt weitere Familienmitglieder bei der Weihnachtsfeier auftauchen oder ärgerlicherweise mir solche Freunde etwas schenken, mit denen ich vorher abgesprochen hatte, dass wir uns nichts schenken werden. Wenn ich dann Mitte Dezember alle Geschenke beisammen habe, kann ich der restlichen Vorweihnachtszeit und Heiligabend ganz entspannt entgegen sehen. Zugegebenermaßen mag diese Planung für den Ein oder Anderen auch etwas stressig klingen, aber da komme ich eben ganz nach meiner Mutter, die mich bereits Anfang November anrief, um mit mir schon mal den Nachtisch für Heiligabend zu planen…</p>
<p><strong>Vincent:</strong> Weihnachtsstress – ein Problem, welches mir vollkommen fremd ist. Das Geheimnis meiner diesbezüglichen Tiefenentspanntheit: Brutalstmögliche Komprimierung sämtlicher weihnachtlicher Vorbereitung. Es hat sich gezeigt, dass zwei Stunden kurz vor dem heiligen Fest vollkommen ausreichen, einen Weihnachtsbaum zu besorgen, Geschenke zu kaufen, eine Weihnachtsgans zu erstehen usw. Entscheidend ist dabei, sich vor diesen besagten zwei Stunden in keinster Weise mit der Thematik auseinanderzusetzen. Zugegeben: Die zwei Stunden haben es in sich, scheinen mir aber im Gegensatz zu wochenlangen Shoppingtouren die deutlich entspanntere Alternative zu sein. Ein kleiner Tipp noch: Erfahrungsgemäß eignet sich der naheliegendste aller Termine, der Vormittag des 24. Dezembers, nicht unbedingt.</p>
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		<title>„Nur wer sich ändert, bleibt sich treu“</title>
		<link>http://www.kompaktmedien.de/blog/nur-wer-sich-aendert-bleibt-sich-treu/</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Aug 2011 10:07:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mareike Schröder</dc:creator>
				<category><![CDATA[Redaktionsraum]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine kleine Allzweckwaffe, dieses immer wieder gern eingeworfene Zitat des Liedermachers Wolf Biermann. Nur allzu gut passt es in jegliches Gespräch über Veränderung – ob die soziale, politische oder die ganz persönliche.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine kleine Allzweckwaffe, dieses immer wieder gern eingeworfene Zitat des Liedermachers Wolf Biermann. Nur allzu gut passt es in jegliches Gespräch über Veränderung – ob die soziale, politische oder die ganz persönliche. Und an Veränderung mangelt es den Einwohnern unserer Hauptstadt nicht.  Für Eigenwerbung greift ein Berliner Wohnungsunternehmen diese Tatsache auf und verkündet: „Berlin bleibt nie Berlin“. Das klingt weltoffen, szenig und progressiv, und hat – mit Blick auf den Herren Biermann – auch in der Geschichte der Stadt seine positive Wirkung gezeigt. Doch bei aller Offenheit und Flexibilität (dies schöne Modewort, das mittlerweile für viele zum Diktat wird), steckt auch in dem Berliner noch ein wenig Bodenständigkeit und Liebe zur Tradition.<span id="more-439"></span></p>
<p>Wer nun das Risiko nicht scheut und sich mit dem Fahrrad durch die Linienstraße traut, an dem können die Zeichen der Zeit nicht vorübergehen. Staub, Maschinen und Baulärm verlangen den Radlern und Passanten hier Umsicht und ein dickes Fell ab. Wer Veränderung will, wird hier mehr als fündig: Ein Baugerüst neben dem anderen verhüllt die ehemals bunt besprühten Häuser, die dem schönen neuen Leben der „Latte-Macchiato-Papis“ angepasst und gründlich saniert werden sollen. Der letzte übrige Einwohner, der hier nicht zu den Besserverdienenden gehört (oder gehören will) meldet sich mit unübersehbaren Messages am Bauzaun zu Wort: „Scheiß Gentri“, heißt es dort. Fazit: Selbst wenn Berlin nie Berlin bleibt – der Berliner Schnauze bleibt man treu.</p>
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		<title>Vom Hören und Zuhören</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Jul 2011 09:07:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katja Wallrafen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Redaktionsraum]]></category>

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		<description><![CDATA[Zum unwidersprochenen Alltagswissen gehört die Annahme, dass Frauen viele Dinge gleichzeitig bewältigen können. Und dass sie die besseren Zuhörerinnen sind. Interessant, dass Gesundheitsforscher genauer hinsehen und somit zur Aufklärung von Vorurteilen beitragen. Wissenschaftler der Neurologischen Klinik und Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung (HIH) am Universitätsklinikum Tübingen haben Belege dafür gefunden, dass Männer die besseren Zuhörer sind. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zum unwidersprochenen Alltagswissen gehört die Annahme, dass Frauen viele Dinge gleichzeitig bewältigen können. Und dass sie die besseren Zuhörerinnen sind. Interessant, dass Gesundheitsforscher genauer hinsehen und somit zur Aufklärung von Vorurteilen beitragen. Wissenschaftler der Neurologischen Klinik und Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung (HIH) am Universitätsklinikum Tübingen haben Belege dafür gefunden, dass Männer die besseren Zuhörer sind.<span id="more-429"></span></p>
<p>Jedenfalls wenn es um das „Cocktailpartyphänomen“ geht. Wenn auf einer Party zahlreiche Stimmen aus unterschiedlichen Richtungen gleichzeitig zu hören sind, konzentriert man sich in einer Gesprächssituation aber nur auf eine Stimme, nämlich die des Gegenübers. Dazu konzentriert man sich genau auf diese eine Stimme und unterdrückt gleichzeitig alle anderen Stimmen und Geräuschquellen. Dies stellt hohe Anforderung an das menschliche Aufmerksamkeitssystem und tatsächlich ist es so, sagen die Forscher, dass diese Leistung bei Männern besser als bei Frauen ausgeprägt ist. Mithilfe unterschiedlich platzierter Lautsprecher, aus denen verschiedene Alltagsgeräusche ertönten, wurde untersucht, ob ein Geschlechterunterschied bezüglich der räumlichen Aufmerksamkeitsleistung beim Hören besteht – sprich: ob Männer oder Frauen besser ein bestimmtes Geräusch aus mehreren, unterschiedlich lokalisierten Schallquellen „heraushören“ können.</p>
<p>Tatsächlich fand sich ein Unterschied zwischen den beiden Geschlechtern. Männer konnten die Schallquelle viel genauer ermitteln als Frauen. Das überraschte die Forscher, denn auch sie nahmen an, dass Frauen diejenigen sind, die angeblich mehrere Dinge gleichzeitig tun können. Die mögliche Ursache für das gute Abschneiden der Männer sehen die Forscher in der menschlichen Evolution: Männer waren diejenigen, die jagen, um Nahrung zu besorgen. Dabei waren räumliche Aufmerksamkeitsleistungen extrem wichtig. Sowohl im visuellen als auch im auditorischen Bereich. Beispielsweise konnten Beutetiere durch Geräusche lokalisiert werden, lange bevor sie zu sehen waren. Auch wenn in der heutigen Zeit derartige Funktionen für den Alltag nicht mehr von Nöten sind, so hinterließen sie doch Spuren in der Organisation unseres Gehirns und dementsprechend in unserem Verhalten.</p>
<p>Die Studie sagt allerdings nichts darüber aus, wie es um das Zuhören bestellt ist, wenn die Cocktailparty vorbei ist. Und selbstverständlich gibt es ja auch noch weitere Phänomene im Alltag. Die Ohren auf Durchzug stellen&#8230;</p>
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		<title>Tägliches Theater in drei Akten</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Jun 2011 08:40:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katja Wallrafen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Redaktionsraum]]></category>

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		<description><![CDATA[Kinder seien Experten für Schlaf, sagt Schlafforscher Dr. Dieter Kunz, Chefarzt der Abteilung für Schlafmedizin im St. Hedwig-Krankenhaus Berlin. Heute, zum Tag des Schlafes, zitiert ihn das Wissenschaftsjahr Gesundheitsforschung mit den schönen Worten, Kinder wüssten instinktiv, wann es Zeit ist, ins Bett zu gehen.  Das mag sein, da möchte man dem Schlafforscher und seiner Expertise nicht widersprechen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kinder seien Experten für Schlaf, sagt Schlafforscher Dr. Dieter Kunz, Chefarzt der Abteilung für Schlafmedizin im St. Hedwig-Krankenhaus Berlin. Heute, zum Tag des Schlafes, zitiert ihn das Wissenschaftsjahr Gesundheitsforschung mit den schönen Worten, Kinder wüssten instinktiv, wann es Zeit ist, ins Bett zu gehen.  Das mag sein, da möchte man dem Schlafforscher und seiner Expertise nicht widersprechen. <span id="more-424"></span></p>
<p>Aber die Erfahrung zeigt, dass sich die lieben Kleinen diesen Instinkten munter widersetzen.  Die Gute-Nachtgeschichte ist vorgelesen, die Sorgen des Alltags sind besprochen, das Licht gelöscht, schwach schimmert nur noch ein Schlummerlicht. Der erste Akt des täglichen Theaters beginnt: Hunger, Pipi, Durst – auf diese einfache Formel lässt sich der kindliche Widerstand gegen das Zubettgehen bringen. Noch bleiben die Eltern geduldig, ermahnen das Kind nach dem Toilettengang zum sorgfältigen Händewaschen. Der Seifenschaum wird niemals sorgfältiger und ausgiebiger verteilt als am Abend, wenn eigentlich schon Schlafenszeit ist. Ist dann auch das Wasserglas aufgefüllt, schmiegt sich das liebe Kleine an sein Kuscheltier, um gleich fünf Minuten später wieder aus dem Bett zu springen. Zweiter Akt: „Kommt auch kein Räuber? Ist die Tür verschlossen? Was machen wir, wenn der Räuber die Fenster kaputt schlägt? Und wenn ein Feuer ausbricht? Funktionieren auch die Feuermelder?“ Die Antworten von Papa und Mama kommen im gereizten Ton, schließlich sind die Antworten bekannt, ist ja nicht das erste Mal, dass das besprochen wird.</p>
<p>Das Kind muss allein zurück ins Bett, die Eltern wollen auch zur Ruhe finden, ihre Sätze zu Ende sprechen, vielleicht einmal in die Zeitung blicken, ein Buch zur Hand nehmen – eben die ersten freien Minuten am Tag genießen. Bis ein markerschütterndes Heulen aus dem Kinderzimmer dringt. Der letzte Akt variiert mit Monster, Gespenst oder Alptraum. „Ich war ja schon eingeschlafen, Mama, aber dann kam dieser Schatten&#8230;.“ Heldenhaft die Eltern, die jetzt noch halbwegs würdevoll reagieren.</p>
<p>Ihnen zu Ehren ist ein Büchlein erschienen, das stellvertretend für sie flucht. Der amerikanische Literaturwissenschaftler Adam Mansbach ließ sich vom täglichen Theater seiner Tochter und den zermürbenden Ritualen inspirieren:  „Go the Fuck to Sleep&#8221; („Verdammte Scheiße, schlaf ein&#8221;) beschränkt sich auf 14 Gedichte, die jeweils nur vier Zeilen lang sind und immer mit einem Schimpfwort enden. Eine schöne Lektüre, nicht nur am Tag des Schlafes.</p>
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